Aktualisiert am 12.03.2018

ABSTAMMUNG   Kamel oder nicht Kamel?

Die frühste Form der heutigen Alpakas lebte vor 35 - 40 Millionen Jahren.

Vor 2-3 Millionen Jahren wanderte ein Teil dieser Urweltkameliden über die damalige Landbrücke Beringstraße von Alaska nach Sibirien und von dort weiter nach Afrika und Asien. Sie entwickelten sich zu den heutigen Großkamelen Dromedar und Trampeltier.

Ein anderer Teil der Urweltkameliden wanderte über Mittel- nach Südamerika. Sie entwickelten sich zu Guanacos und Vincunjas. Aus diesen einfarbigen Wildformen der Kleinkamele, die heute noch in Südamerika existieren, züchteten die südamerikanischen Ureinwohner vor ca. 6000 - 7000 Jahren die Haustierformen Lama und Alpaka in ihrer wundervollen Farbenvielfalt.

Lamas und Alpakas gehören zu den ältesten Haus- und Nutztierrassen.

 

GESCHICHTE   Zwischen goldenen Zeiten und drohender Ausrottung!

In der Geschichte hatte die Zucht von Lamas und Alpakas verschiedene Hintergründe: Die etwas größeren Lamas wurden als Lasttiere genutzt, während Alpakas als Wolllieferanten dienten. Auch als Nahrung und Opfergabe spielten beide Arten eine Rolle.

Die einfallenden Spanier erkannten den Wert von Lamas und Alpakas nicht. Sie töteten einen großen Teil der Tiere, um der einheimischen Bevölkerung eine Nahrungsgrundlage zu nehmen. Für ihre eigenen Zwecke führten sie Schafe ein. Nur in den oberen Gebirgsregionen konnten Bergbauern einen Teil dieser wunderbaren Tiere erhalten.

Heute wissen die südamerikanischen Staaten um den Wert von Alpakas. neben vielen kleineren Tierhaltungen gibt es auch große Zuchtbetriebe. Die meiste Faser wird von wenigen großen Firmen aufgekauft und industriell verarbeitet.

 

VERBREITUNG   Alpakas - Multikulti

Der Ursprung der heutigen Alpakas liegt in den Hochebenen von Peru, Bolivien und Chile. Doch inzwischen ist die ganze Welt auf diese wundervollen Tiere aufmerksam geworden. Es gibt eine große Zahl von Zuchtbetrieben in Nord- und Südamerika, Australien und Europa. Selbst in Afrika sind Alpakas inzwischen heimisch geworden.

Vor ca. 20 Jahren waren es hauptsächlich Hobbyzüchter, die die ersten Alpakas in Deutschland einführten. Heute gibt es eine recht große und weiter wachsende Riege von zukunftsorientierten Züchtern, die hohe Qualitätsmaßstäbe verfolgen.

 

 

DAS WESEN VON ALPAKAS

Alpakas sind intelligente, freundliche und gutmütige Tiere. Anfänglich sind sie sehr scheu, dabei aber trotzdem neugierig. Sie sind lustig, charmant und strahlen eine große Lebensfreude aus.

Ja, es wird auch gespuckt!

Aber wir Menschen sind in den seltensten Fällen das Ziel des wiedergekäuten Sprühnebels. Ein guter Platz an der Futterkrippe wird allerdings durch kräftiges und wiederholtes Spucken hart verteidigt. Sinn des Spuckens ist: Spucke deinem Gegner ins Auge und er kann dich nicht mehr sehen.

Jedes Alpaka ist ein Individuum: Da gibt es den kleinen Wirbelwind, das eher schüchterne Alpaka, den mutigen Draufgänger, die Prinzessin auf der Erbse, das Kuscheltier, den Beschützer,....

Die sanften Eigenschaften von Alpakas haben einen beruhigenden Einfluss auf uns Menschen. Ihre ausgestrahlte Ruhe wirkt ausgleichen und entspannend. Alpakas vermitteln gute Laune.

 

Haltung und Pflege

Die Haltung von Alpakas ist nicht sehr aufwendig. Eine Wiese dient als Nahrungsgrundlage und Bewegungsfläche. Ein kleiner Stall schützt vor Regen und extremer Kälte. Neben Gras und gutem Heu benötigen Alpakas nur etwas Mineralfutter und natürlich ausreichend Wasser. Wie jedes andere Tier sollten Alpakas geimpft und entwurmt werden. 1x im Jahr, am besten im späten Frühling, werden Alpakas geschoren. Dabei werden auch die Nägel geschnitten und die Zähne kontrolliert. Trotz ihrer gewaltigen Vliesmenge werden Alpakas nicht gebürstet, da sonst ihre Haarstruktur zerstört würde.

Für Alpakas ist ihr Herdenverband sehr wichtig, und sie schließen richtige Freundschaften. Daher darf ein Alpaka nicht alleine gehalten werden. Mindestens zwei, besser sogar drei Tiere bilden einen kleinen Gruppenverband.

Sie möchten selber züchten? Kein Problem! Neben Hengst und Stute benötigen Sie nur noch etwas Geduld, um die 11 1/2 monatige Trächtigkeit abzuwarten.

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